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December 05 BRIEF AN EINEN UNBEKANNTEN KRITIKERSystemtheologe Johannes Hoff schreibt zum manuskript von STERBEN LERNEN: Das Manuskript hat mich wirklich beeindruckt. Habe mich immer gefragt was Christoph da zusammenbastelt, weil mir das in meinem abstrakten Philosophenkopf als so unkalkulierbar erschien. Der Text ist besser als alles was ich mir ausdenken könnte. Mich erinnert das Ganze irgendwie an die Mysterienspiele des Spanischen Barock. Die wurden ja an Fronleichnam aufgeführt. Prozession mit "großem Welttheater".
Lieber unbekannter Kritiker, wir kennen uns schon ziemlich lange. Und deshalb möchte ich ihnen unbedingt kurz schreiben. Wie ich vermute, haben sie einen meiner soloabende sehr gemocht. Und natürlich denken sie als langer beobachter an die "wilden zeiten auf der documenta oder in hamburg bei der bahnhofsmission, usw…" Für mich ist das aber eine superlange ewigkeit her, und die prozession am gestrigen abend steht in keinem bezug zu diesen früheren aktionen, "Sterben lernen" ist auch keine wiederholung von krebsbefunden, sondern erzählt von der zeit nach dem krebs, auch wenn herr andersen in 60 Minuten sterben wird. und deshalb werden aus 60 erst 7 sekunden und dann auch mal 90 minuten. hier geht es eben nicht um eine wiederholung der medizinischen krankengeschichte, sondern um den kampf mit und um gott und um die gedanken, die wie ich im stück selber sage, im gespräch mit dem systemtheologen johannes hoff entstanden sind. die frage nach gott, die hoffnung einen neuen frieden zu finden, aber nicht mehr im märchenpark der evangelischen oder katholischen kirche, sondern in der befreiung von menschlichem wahn hin zum unlimitierten gott. (siehe meister eckhard weiter unten auf dieser seite!) ich habe hier die ersten 6 tage nur vorträge gehalten, aus denen dann der text gemacht wurde. Gott und die suche mit ihm kaum merh ertragen konnte. Vielleicht kommt ihnen das dumm vor, aber meine arbeit hatte doch sehr oft etwas christliches, etwas suchendes und auch predigerhaftes. Für mich sind die texte wirklich existente fragen, und selbst die körperwelten von herrn hagen, hier gleich hinter dem schiffbau,
Mir fällt es deshalb auch sehr schwer nach scientologen ausschau zu halten oder nach politischen schwachsinnsstellen, und schon der auftritt im pfauen war nur als nachhall aus früheren zeiten zu ertragen. Mir kommt das operndorfprojekt viel politischer vor, auch wenn ich mir durch meine tv-äusserungen vor der wahl im aussenministerium sehr vieles verdorben habe. Aber den mund halten konnte ich noch nie. Also was soll ich sagen. ich komme nicht nach zürich, um hier an frühere aktionen anzuknüpfen, aber meine meinung sage ich auch ausserhalb des theaters. da, wo sie tatsächlich noch ein paar normale leute erreichen. als wirkliche freunde begegnen. Die intervention im pfauen oder wie man das nennen mag, scheint wohl für den weiteren ablauf ein glück gewesen zu sein.
aber gerade der bezug zu amfortas und zum liebestod ist neu.
Es ist wirklich schade, dass sie so alte schablonen von 1997 auf meinen jetzigen zustand anlegen. und nicht weil ich krank bin, sondern weil mir vieles einfach etwas eklig vorkommt. Das war früher vielleicht auch schon, aber mittlerweile kann ich vieles nicht mehr so gut verdecken oder überspielen.
deshalb wird auch die musik am ende so ins zentrum gestellt. Wenn es um musik und diese neuen gedanken geht,
Ich hoffe, dass ich ein paar dinge erwähnen konnte, die sie vielleicht gesehen , aber nicht beschreiben wollten.
Ein schönes wochenende und bis zum nächsten Mal,
PREMIERENBERICHT ZUR DOPPELPREMIERE IM PFAUEN UND IM NEUMARKTTHEATER...WIR DANKEN ALLEN IM PFAUEN UND IM NEUMARKT ! (Rene und ich)....
Es war ein guter abend. Jedenfalls wollte der Applaus auf beiden Seiten nicht enden. Wie mit rene besprochen haben wir erst um 20.10 uhr angefangen, damit martin und carolin im pfauen (da fand die premiere von renes neuem stück „calvinismus Klein“ statt, während meine premiere im neumarkttheater zur selben zeit startete.) mitten in unserem teil, und wir wissen nie wann das genau sein wird, schaltet sich dann rene mit seinem stück bei uns mit einer liveübertragung ein. Das interaktive und das interpassive theater. Das thema des abends in doppelter hinsicht. Das religiösaktive und das religiöspassive theater bei uns trifft auf renes diskurs zum interaktiven und interpassiven theater, obwohl renes texte natürlich nicht nur darum kreisen. jedenfalls hat er nur teile seiner neuen texte benutzt, was aber klar sein müßte, auch wenn ich irritiert bin, das ein kritiker im deutschlandradio gedacht hat, was geschrieben wurde muss natürlich auch gespielt oder zumindest auf der bühne gesprochen werden. vielleicht hat ihn da die dramaturgie hintenrum mit text versorgt oder er war noch nie bei rene. naja... soll vorkommen. December 04 PREMIERE VON STERBEN LERNEN und CALVINISMUS KLEIN !REGENSCHIRME NICHT VERGESSEN !!!! Da ein Teil von Sterben Lernen aus einem ca. 5 minütigen Fußweg vom Theater Neumarkt zum Pfauen besteht, ist es auf alle Fälle gut einen REGENSCHIRM mitzunehmen !!!
UND SO WIRD ES UNGEFÄHR ABLAUFEN !
1) Start im Neumarkttheater um 20.00 Uhr. Teil 1... Herr Andersen teilt seiner Frau mit, dass er nur noch 60 Minuten zu leben hat und er nun das Sterben lernen möchte. Seine Frau ist verzweifelt und dann auch wieder sehr zuversichtlich, denn das Fremde in ihm wird überleben. Im weiteren Verlauf melden sich die Töchter (Gothic und Sugar) zu Wort, Beuys von Hagen kommt zu Besuch und erzählt von öffentlichen Friedhöfen in Einkaufszentren, der Leiter einer Hospizgemeinde erklärt das Prinzip der Monotheistischen Religionen... Am Ende des ca. 30-minütigen Teils erscheint auch sein Chor und mit den Worten: Es ist dunkel geworden,... bewegt sich die Prozession vom Neumarkttheater zum Kunsthaus, also Richtung Pfauen. 2) Im Kunsthaus angekommen, startet Herr Andersen mit seiner Frau ein erstes Probeliegen im Sarg, seine Eltern kommen, er entdeckt den Mystiker in sich, Beuys von Hagen verliert die Handlung und der Hospizvorsitzende erklärt die Welt in 3 Sekunden. Doch dann nähert sich der Chor wieder. Und auf seinen Schultern sitzt Papst Mabuse, der frohe Kunde hat: Die Antimetastasentablette hat gewirkt! Voller Hoffnung marschiert die Gruppe nun zum 60 Sekunden entfernt liegenden Pfauen. 3) Im Pfauen diskutieren Martin und Caroline über die Vorgänge des Interaktiven und Interpassiven Theaters, bis plötzlich Herr Andersen mit seiner Familie und dem Chor erscheint. Martin Wuttke erkennt in Herr Andersen seinen alten Darstellerfreund Jean und seine Frau Brigitte.... Und christoph als Papst Mabuse erinnert sich plötzlich an die Zeit der Hamletaufführung und entdeckt weitere Anzeichen für einen rechtsradikalen Ruck, der aber in 7 Jahren geheilt sein soll. Da Martin die Schmerzen von Herrn Andersen kaum noch erträgt, bricht er Rene Polleschs Inszenierung ab, bzw... sieht darin die Konsequenz der abgehaltenen Debatte. "Calvinismus Klein" ist beendet und Familie Andersen, der Chor und die Beteiligten der Aufführung marschieren nun singend zurück zum Neumarkttheater.
4) Im 4.Teil von Sterben lernen erleben wir die ersten Momente des Parsifal. Gurnemanz Hospiz, die Waldhüter und Alicia die Tochter entdecken Frau Andersen, die mit Heilbalsam naht. Und Herr Andersen kommt aus de Regen... voller Schmerz... nur noch 14 Minuten....
Wie schon gesagt: Bringen Sie bitte Ihren Regenschirm mit, geben Sie Ihre Mäntel nicht an der Garderobe ab, sondern behalten Sie sie besser, damit Sie gleich am Ende des ersten Teils mit dem Chor Richtung Kunsthaus aufbrechen können ! Alle Beteiligten sind froh, dass dieser Abend zu neuen Gedanken des 13. und 14. Jahrhunderts geführt hat. Und insbesondere Christoph war es möglich durch diese Arbeit "den Kampf gegen Gott in der Form zu beenden, dass ich nun spüre, dass gerade Meister Eckhard und die Einführung einer allumfassenden Energiewolke, der sogenannte Hypergott, keine Limitierung und keine Beschränkung mehr zulassen. Auch wenn am Ende vielleicht wieder die Schmusedecke auf uns wartet, so ist gerade in Krisenzeiten, in Zeiten medizinischen Zweifels und körperlicher Fragestellung nicht mehr wichtig nach Schuld und Sinn zu fragen, sondern das Nichts vom Allem, das Alles vom Nichts, das Allumfassende zu erkennen, um zu begreifen, dass NICHTS nach dem Tod verlorengeht: Gott is un-unendlich → Predikate sind auf Gott nicht applizierbar Rot ist nicht blau, Grün ist nicht gelb, Jede Prädikation impliziert ein ‚nicht`.
December 03 STERBEN LERNEN - DAS STÜCK von Christoph SchlingensiefDer Zwischenstand der Dinge Teil 2 : ...zum Mitlesen oder auch Nachspielen. Copyright der Fotos bei Kathrin Mayr !Protestantische und katholische Gemeinden und Institutionen können den Text selbstverständlich umsonst nachspielen ! Nur kurz die Aufführungsdaten mailen an: buero@schlingensief.com . UND DAS STÜCK FINDET MAN UNTER: http://schlingenblog.posterous.com .... ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() December 01 TEMPORÄRE LEICHENHALLE SCHWEIZIST DIE SCHWEIZ FREMDENFEINDLICH UND BEREITS GESTORBEN ? Das minarettverbot bringt viele interessante argumentationen zum vorschein. und natürlich muß man in der schweiz deutsch können, um hier überhaupt akzeptiert zu werden. deshalb hier nur ein kleiner eindruck von befürwortern des minarettverbots. vielleicht auch nur eine temporäre leichenhallensituation, vielleicht aber auch nur der anfang. wahrscheinlich ein laufender prozeß. der dialekt ist die perfekte methode, um sich abzugrenzen. die schweizer haben das seit ca. 5 jahren sehr konseequent ausgebaut. man versteht kaum noch etwas und wenn man nachfragt wird weiterhin im dialekt geredet. ist die schweiz aber deshalb gleich provinziell oder braucht sie das alles, um überhaupt noch ein selbstgefühl entwickeln zu können? vielleicht ist die schweiz aber schon gestorben. und nun merken große teile der bewohner wie die glieder abfrieren. da ich aber gerade sehr positiv denke, sage ich mal: In maximal 7 jahren ist blocher von uns gegangen, die svp als sargnagel der schweiz erkannt, und die einst so großzügige schweizer seele hat sich wieder luft verschafft. Da bin ich sehr zuversichtlich. in 7 jahren ist die schweiz auferstanden von den toten ! und bis dahin ein paar kommentare von kleinen schweizer sargnägeln: November 22 WIR GEDENKEN HEUTE AM SONNTAG !Meister Eckhart/ Eckhart von Hochheim Nikolaus von Kues Henry Suso Johannes Tauler Gott ist gut. Seine Schöpfung ist nicht gut. → Gott ist entweder nicht gut, oder er ist nicht allmächtig, oder er existiert nicht. Sage ich demnach: ´Gott ist gut´- es ist nicht wahr: ich bin gut, Gott aber ist nicht gut. Ich möchte weiter sagen: ´Ich bin besser als Gott´! Denn was gut ist, das kann besser werden; was besser werden kann, das kann zum Allerbesten werden. Weil er denn nicht besser werden kann, darum kann er nicht das Allerbeste werden, denn fern von Gott sind diese Drei: ´gut´, ´besser´ und ´allerbest´, denn er ist über alles. Sage ich weiterhin: ´Gott ist weise´- es ist nicht wahr: Ich bin weiser als er! Sage ich ferner: ´Gott ist ein Sein´ - es ist nicht wahr. Er ist ein überseiendes Sein und eine überseiende Nichtheit. Schweig daher und kläffe nicht über Gott; denn damit, dass du über ihn kläffst, lügst du, tust du Sünde. Meister Eckhart Darum hütet euch, dass ihr euch danach auffasst, wie ihr dieser oder jener Mensch in irgendeiner besonderen Weise seid. Fasst euch vielmehr auf gemäß der freien, ungeteilten menschlichen Natur. Darum scheidet euch von allem Nicht, denn das Nicht macht Unterschiedenheit. Wie das? Dass du nicht jener Mensch bist, dieses ´nicht´ macht Unterschiedenheit zwischen dir und jenem Menschen. Meister Eckhart Und zum Schluß noch: Nikolaus von Kues: De docta ignorantia (1438-40) Ich wünsche allen einen friedvollen und ereignisreichen, besinnlichen, hektischen und sehr ruhigen Sonntag ! November 21 GEDANKEN ZUM STERBENGrundzüge des modernen Agnostizismus
Wir können weder wissen, ob Gott existiert, noch wer oder was er ist Religiöse Aussagen über Gott sind Projektionen Die Überzeugung, dass Gott allmächtig und gut ist, ist widersprüchlich ![]() Ich weiß, daß alles, was ich weiß, nicht Gott ist, und daß alles, was ich erfasse, ihm nicht gleichkommt Cusanus
Nun merket auf! Gott ist namenlos, denn von ihm kann niemand etwas aussagen oder erkennen. Denn Gott ist Nichts; nicht derart, dass er ohne Sein sei: er ist weder dies noch das, was man aussprechen kann; er ist Sein über allem Sein. Er ist ein seinsloses Sein Meister Eckhart November 19 PROBENTREFFEN MIT RENE POLLESCHHeute fand ein treffen mit unseren darstellern und renes darstellern und team statt. wir haben unseren auftritt auf der Pfauenbühne in ihrem stück kurz vorgestellt. und ab jetzt schreibe ich diesen text mal mit einem texterkennungs system... WIEDERHOLE jetzt noch einmal den Satz für den Sprachcomputer: "Bitte übernehmen Sie." uund weiter gehts...: Das mit dem Punktzeichen habe ich noch nicht verstanden, ich glaube er schreibt den . Nur wenn ich . sage, es kann aber auch sein das er dann anstelle des Punktes einen . also ein zeichen macht. darüber bin ich noch nicht aufgeklärt worden. Das Treffen war sehr erfreulich weil wirklich alle Beteiligten ausgesprochen offen und herzlich aufeinander reagiert haben. Wir haben dann werde den Schauspielern von René unter anderem auch Martin Wuttke der dabei war kurz mal unsere Text Ausschnitte aus der Hamlet Inszenierung die ich am Frauen (gemeint ist hier das wort: PFAUEN - bezeichnung für das theater hier in zürich, anmerkung des kontrolleurs...) vor circa sieben Jahren gemacht habe aufgeführt. Beziehungsweise gelesen. Viele Texte bestehen aus einer dem Auftritt der Schauspieltruppe er, sind aber an den entsprechenden Stellen verhindert hier heißt es dann plötzlich Totengräber sterbender Friedhof also aus dem Theater aus der Bühne wird ein Friedhof. Diese Idee des Leidensbeauftragten des Leidens beauftragten, mal sehen ob der Computer zwischen beiden Wörtern unterscheidet, der Leidensbeauftragte auf der Bühne der stellvertretend fürs Publikum sterbende ist vielleicht der Interpasivste vorgang überhaupt. Ich genieße im Zuschauerraum Passiv wie auf der Bühne jemand stirbt. Und natürlich weiß ich das er nicht stirbt und natürlich gehe ich gemeinsam mit dem gestorbenen nach der Theatervorstellung erstmal eine Pizza essen. Das ist Theater, das ist lebendiger Friedhof. Das das vorgelesene kam gut an und Rene will nun in den nächsten Proben versuchen diese Texte von uns mit reinen zu verweben beziehungsweise aufzubauen, wichtig erschien uns allen das unser Einbruch in sein Stück nicht das Stück von ihnen anhalten und überrollen soll, sondern dass unser Auftritt dann auch von seinen Schauspielern kommentiert wird beziehungsweise textlich erweitert und in Beziehung gesetzt wird zudem, was vorher auf der Bühne im Pfauentheater stattgefunden hat. Wie ich gerade sehe funktionierte der Sprachcomputer verhältnismäßig gut. Ich bin sogar erstaunt wie sehr er meine Texte die ich hier in ein kleines Mikrofon an meinem mund schnatter, selbst dieses Wort kennt er, sehr erstaunlich sehr erstaunlich sehr erstaunlich. Nun gut wir sind dann nach 1 h wieder gegangen haben noch ein paar kleine Dinge besprochen haben uns dann in die Kantine gesetzt und weiter beraten. Allerdings bin ich die letzten Tage nicht so gut dabei. Darf man hier weiter auszuführen ist überflüssig. Es ist immer das gleiche. Ich leide darunter, dass mir die fließende Lust abhandengekommen ist. Jeder Staat ist gut und steigert meine Laune. Doch dann schon nach wenigen Minuten, raffte sich meist in einem Keller und höre die anderen nur noch wie durch eine Holzluke. Mir kommt es auch so vor, dass man am Theater unter dem ständigen Druck etwas erfinden zu müssen völlig außer acht lässt, völlig außer acht lässt, dass man in kürzerer Zeit manchmal viel effektiver handeln und gestalten kann. Dieses ewige herumgesitze, geht mir gewaltig auf die nerven. Die beste Voraussetzung für gute Ideen ist ein klarer Kopf und die gemeinsame Entscheidung möglichst nicht zu viel Zeit zu vergeuden, um einfacher effektive Strukturen aufzubauen sie die sich dann beim Spiel erst durch die private Arbeit des Künstlers füllen lässt. Mehr fällt mir jetzt nicht ein, außerdem irritiert mich diese Sprachsystemen, weil ich die ganze Zeit im abgehackten Zustand die Texte ablasse. Aber das wird sich vielleicht in den nächsten 20-30 Jahren noch ändern. Interessant ist auf alle Fälle, dass in den nächsten 100 Jahren circa 6 Milliarden Menschen sterben werden. Und diese Zahl ist auch noch geschönt. 6 Milliarden in 100 Jahren. EZ sagt er selbst tat EZ sagt und du bist ab.... und jetzt schreib ich nochmal den letzten satz in das blatt: ich habe gesagt: ipp zipp zapp... und du bist ab... und herauskam: EZ sat er selbst tat EZ sagt.... - Und solange soetwas passiert, sollte man vorsichtig sein, wenn man mit diesem spachcomputer verträge aufsetzt! - hier spricht man in den sprachcomputer ! und da hat die wahrheit ihre grenze !.....sprachcomputer: Hier sind wir auf der Bühne und da die Wahrheit ihre Grenzen. - Das hat hat der Sprachcomputer einfach unter den Tisch fallen lassen. Pfui. Ende. November 17 9.11. Probe Zürich 01 Transkript
Hab gerade erzählt dass wir „Meister Eckhard“ mal gucken / Dass die Geschichte von Zizek, das Christentum kann man genau anders herum nochmal lesen, sagt er das, das Christentum kann man anders herum als Teufelswerkzeug lesen, und dann diese Sache von Fort-Da, was Freud gesagt hat: die Mutter zur Spule, also eine Spule wird zur Mutter, damit kann man die Mutter wegwerfen, sich von ihr praktisch endlich distanzieren und gleichzeitig auch bestimmen: Da! Und dann kommt sie wieder zurück. Fort – Da. Das hab ich nochmal zusammengezogen mit dem Alien- Aspekt, dass eben das Fremde in mir wohnt und nur durch die Entfernung des Fremden kann das Fremde zerstört werden, aber der Wirt stirbt dabei auch und das können wir in dem Glaskanal machen, indem man so eine Kordel nimmt wo man dann das Alien hat, dann Licht – Wummer-Wummer wo dann irgendwas passiert und plötzlich jagt ein Stofftier wieder von links nach rechts durch. Oder so ein OP-Tisch, wo vielleicht einer unsichtbar drunter kniet und kann dann so am Tisch mit den Händen unter die Klamotten gehen und kann dann so beim der liegt dann so machen und der liegt dann da und wird operiert und dann hat man wieder dieses Alien, das dann wider fort abhaut und wieder DA zurückkommt und dass dieser Patient dann aber eben wieder tot ist und dann wieder beerdigt wird,
Und die Ärzte, der Arzt, hat auch gesagt, er hat jetzt eine Patientin gehabt, die hat einen Knubbel am Bauch gehabt, auch eine Metastase,
Diese Prinzipien kenn ich bei der Todesfrage, der Frage „Sterben lernen“ heißt eben akkzeptieren, dass sterben nicht in unserer Macht steht. Dass wir das Ritual des Sterbens zwar praktizieren können, wir können das sterben, das Ritual des Sterbens ausführen, das ist möglich, mit Blumen und mit Weihrauch und mit Gesang, oder mit Feuer im Hinduismus, am Mund anfangen zu verbrennen, einäschern, was weiß ich was, das ist alles möglich aber, wir sind nicht – das ist ja schon die zweite Stufe. Das Sterben selber, der Moment des Abschiednehmens ist ein einsamer Moment. Jedes Handhalten, was die Hospizgemeinschaft oder was die sich da vorstellt, wie menschlich, das abläuft, das sind auch alles nur kleine Bildchen für die Menschheit die nicht sterben will, also die meisten jedenfalls nicht. Und da drinn aber die große Angst hat: Ich muss aber jetzt sterben und dass ist der einsamste Moment überhaupt, da kann auch keine Hand und kein Vater, keine Mutter und kein Bruder helfen, sondern das ist irgendwie der Moment der Akkzeptanz, dass irgendwie was mit mir geschieht, was ich nicht kontrollieren kann. Was einfach jetzt passiert. STERBEN LERNEN!Herr Andersen stirbt in 60 min. eine Versuchsanordnung von Christoph Schlingensief und Freunden in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich. 4./6./8. Dezember 2009 im Theater Neumarkt, Zürich Christoph Schlingensief plant mit Freunden und in partieller unmittelbarer Kooperation mit René Polleschs „Calvinismus Klein”-Uraufführung eine Versuchsanordnung respektive eine „temporäre Leichenhalle” zum Thema „Sterben lernen”, einer Kunst, die eigentlich jeder Lebende beherrschen müsste, die aber in der Schule nicht unterrichtet wird. Wie gehe ich damit um, wenn es bei mir soweit ist? Welche Gebrauchsanweisungen und Rituale, welche Rechtfertigungen und Erklärungen bietet unsere Kultur an? Bietet sie überhaupt welche an, oder geht es grundsätzlich immer nur um den Umgang mit dem Sterben der Anderen? Haben wir da einen blinden Fleck? Näheres demnächst unter www.temporaere-leichenhalle.ch.Der Weisheit des Silen, dem Begleiter des Dionysos, dass es das Beste für den Menschen sei, nie geboren zu sein, das Zweitbeste aber, bald zu sterben, wird in Nietzsches „Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik“ die „apollinische“ Einstellung der Menschen Homers gegenübergestellt: „Das Allerschlimmste ist, bald zu sterben, das Zweitschlimmste aber, überhaupt zu sterben“. In diesem Gegensatz bewegt sich bis heute die Auseinandersetzung mit dem Tod; die dionysische Todesverfallenheit im Rausch und in der Musik auf der einen und der apollinische unbedingte Wille zum Dasein, „zum Weiterleben und sei es als Tagelöhner“ auf der anderen Seite. Das Sterben ist dabei grundsätzlich das Sterben der Anderen. Der Umgang mit dem eigenen Ende wird kaum je reflektiert. Dazu passt die katholische Vorstellung, das Sterben habe „still, lautlos, wortlos und handlungslos“ zu sein. Der Sterbende soll sich off enbar schon bevor er tot ist als Subjekt verabschieden. Müssen wir wirklich, wenn es uns „erwischt“, die Kommunikation mit anderen aufgeben und den Weg allein gehen? Das zweite Brainstorming (nach „Zwischenstand der Dinge“) über letzte Fragen und Dinge des an Krebs erkrankten Regisseurs Christoph Schlingensief findet im Theater Neumarkt statt. Sich selbst als potentiell Sterbenden zu akzeptieren und selbstbestimmt mit dem umzugehen, was man nicht bestimmen kann, ist das Ziel. Das erwähnte Buch von Nietzsche, Brechts Lehrstück vom Einverständnis, Terence McKennas Theorie des „Hyperspace“ und der Seelenwanderung und Boris Groys Vorstellung von der Unsterblichkeit des Körpers und der Kollektivierung des Todes – diese Konzepte sollen auf ihre Kraft hin, dem Sterben und dem Tod jenseits religiöser Heilsversprechen ihren „Stachel“ zu nehmen, untersucht und zum Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzung werden. Am 4. / 6. und 8. Dezember im Rahmen der Aufführung „Calvinismus Klein“ im Pfauen, Zürich sowie im Theater Neumarkt, Zürich Theater Neumarkt T: +41 (0)44 267 64 65 |
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